Berufliches und Privates: Wenn Abschalten nicht mehr möglich ist

27.03.2014

Cristina Riesen ist General Manager Europe von Evernote. Dies ist eine Software- und Webanwendung, die das Sammeln, Ordnen und Finden von Notizen, Dokumenten und Fotos in verschiedenen Formaten unterstützt.

In einem Interview anlässlich der ceBIT propagiert die Managerin die Vorteile der Software:

Vor allem durch mobile Endgeräte verschwimmen die Grenzen zwischen Beruf und Zuhause. Wir organisieren während der Arbeitszeit unseren Feierabend und arbeiten dafür später vom Sofa aus noch ein paar Mails weg.

Doch Riesen sieht diese Entwicklung nicht als Bedrohung, wenn diese moderne Form des Lebens und Arbeitens in flexiblen, durch entsprechende Technologien unterstützten Strukturen geschieht. Tools wie Evernote könnten uns dabei helfen, das permanente Umschalten zwischen Privat- und Berufsmodus effizienter zu managen

Diese Entwicklung ist doch eine Bedrohung

Damit eines klar ist: Dieser Artikel soll keine Kritik an Evernote darstellen. Viel mehr richtet sich die Kritik an eine allgemeine Entwicklung, bei der viele von uns mitmachen. Berufliches und Privates verschwimmt, ständig werden auch in der Freizeit Firmenmails gecheckt, auch im Urlaub ist man selbstverständlich immer erreichbar.
Wo sind die Erholungsphasen, wenn wir ständig online sind und wir den Berufsalltag zu jeder Zeit in unseren privaten Alltag hinüberschwappen lassen?
Alles kein Problem, so ist das eben in einer schnellen, vernetzten Welt. Da muss man eben mitmachen, heißt es dann als Reaktion auf die oben empfohlene Entschleunigung.

Zu schnell für den Menschen

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Über die vielen tausenden Jahre hat er sich an die unterschiedlichsten Bedingungen hervorragend anpassen können. Doch die Geschwindigkeit, wie sich unsere Gesellschaft und ihre Rahmenbedingungen in den letzten 30 Jahren nicht zuletzt durch die “Errungenschaften” des Computerzeitalters verändert haben, ist enorm. Nichts gegen all die elektronischen Helferleins, die uns ständig umgeben.Die Phrase “Abschalten können im Alltag” hat im wahrsten Sinn des Wortes heute mehr denn je eine Bedeutung. Viele Menschen können es leider nicht mehr. Die Auswirkungen sehen wir dann bei jenen Menschen, die wegen der enormen Überlastung im privaten und beruflichen Alltag nicht mehr weiter wissen. Daran ist aber nicht irgendeine Software oder eine Elektronikkonzern schuld – nein, es sind wir selbst, die ständig auf “standby” sind.

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