Burnout: Das Feuer ist erloschen

14.06.2007

Ein “brennendes” Thema stand im Mittelpunkt des 34. Netzwerktreffen des PE-Netzwerkes am Dienstag im Grazer Kunsthaus. Im Vortrag “Burnout – aktuelle Erkenntnisse und Trends” erläuterte Dr. Paul Jimenez die Ursachen, das Erkennen und den Umgang mit dem Phänomen Burnout. Klar abgegrenzt vom “normalen” Stress in Firmen, ist Burnout als tiefgreifende Krise im Leben eines Mitarbeiters zu verstehen. Eine Krise, die sowohl von betrieblichen als auch privaten Faktoren bestimmt ist. Hauptbetroffen sind gerade jene Personen, die in Unternehmen engagiert und ehrgeizig unterwegs sind. Doch dieses Engagement kann in einem schleichenden, jahrelang andauernden Prozess in ein Burnout münden.
Bei den nachträglichen Diskussionen in den Untergruppen war es die Aufgabe, Best-Practice-Methoden zur Prävention bzw. Erkennung des “Ausgebranntseins” zu finden. Personalverantwortliche, Psychologen, Trainer und Berater diskutierten ihre Erfahrungen aus dem Alltag.
Ich selbst durfte aus meiner Vergangenheit als Angestellter in einem größeren Unternehmen die direkte Erfahrung als Kollege eines “Burnout”-Klienten einbringen. Auch wenn man direkt und sehr persönlich mit dieser Person in Kontakt steht, ist das Burnout sehr schwer erkennbar. Erschwert dadurch, dass die betreffende Person dies natürlich selbst am wenigsten wahrhaben möchte. Stress haben wir alle, mitunter sind wir sogar stolz darauf – aber Burnout? Nein, danke – mit mir nicht!
Als wichtige Erkenntnis aus meinen persönlichen Erfahrungen und den Diskussionen am Dienstag nehme ich folgende Punkte mit:

  • In der Firmenkultur muss Burnout “passieren” dürfen: Kein Totschweigen, kein Wegschauen und keine fadenscheinigen Alibiaktionen
  • Der oder die “Ausgebrannte” braucht einen Ansprechpartner (Personaler, Führungskraft, Kollegen etc.), dem er/sie sich vertrauensvoll zuwenden kann
  • Mitarbeiter wie direkte Vorgesetzte sollten die Vorzeichen des “Burnout”-Kandidaten erkennen. Extreme Erschöpfung, Leistungsabfall, Überforderung, offenkundige private Probleme.

Ein Unternehmen kann einem vom Burnout betroffenen Mitarbeiter sicherlich nur teilweise unterstützend zur Seite stehen. Die private Ebene kann schließlich nur bis zu einem gewissen Grad erfasst werden. Dennoch müsste dies ein hoher Ansporn für jede Firma sein, “gesunde” Rahmenbedingungen für alle Mitarbeiter zu schaffen.

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Verfasst von Andreas Reisenbauer

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