Ein gutes Gespräch braucht auch einen gut vorbereiteten roten Faden? Eine Binsenweisheit? Sicherlich – jedoch wird diese recht einfache Leitlinie in der Praxis zu selten eingehalten. Wie oft gehen wir in Gespräche, geben uns der oft recht eigenwilligen Dynamik der Kommunikation hin und wundern uns, wenn am Ende etwas Anderes herauskommt, als wir uns erwartet haben. Oder auch wichtige Fragen bleiben unbeantwortet.
Im Eifer des Gefechts ist es nur menschlich, dass man selbst einige wichtige Punkte vergisst, die man eigentlich ansprechen wollte. Mir ist das oft in meiner früheren Vergangenheit als Journalist ergangen. Hatte ich endlich den ersehnten Ansprechpartner für eine Recherche am Telefon, stellte ich munter drauflos meine Fragen. Nicht selten dauerten solche Interviews eine halbe oder dreiviertel Stunde. Dann wird aufgelegt und beim Durchsehen der Notizen kam dann später die bittere Erkenntnis: Einige Dinge sind im Unklaren geblieben. Also wieder zum Telefonhörer und wieder den Ansprechpartner kontaktieren. Dieser ist dann oft nicht mehr erreichbar und das Dilemma ist perfekt.
Dieses Interview-Beispiel hat mich zu einer Vorgangsweise veranlasst, die ich auch jetzt bei nahezu jedem Gespräch, in das ich gut vorbereitet gehen möchte, anwende:
- Klären Sie für sich selbst Ihr Ziel des Gesprächs
- Wechsel auf die “Gegenseite”: Was könnte das Ziel des Gegenübers sein?
- Mit welchen Fragen (Stichwort: “Wer fragt, der führt) könnte ich mein Gesprächsziel am effektivsten erreichen?
- Ist meine Argumentation stimmig oder gibt es Schwachstellen?
- In welche Richtung könnte mein Gesprächspartner das Gespräch lenken? Was ist meine jeweilige Gegenstrategie dazu?
- Habe ich mir auch ein Ausstiegsszenario überlegt?
Passend dazu auch ein Tipp für eine zielorientierte Gesprächsprotokollierung – gefunden im VNR-Blog
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Verfasst von Andreas Reisenbauer
Andreas Reisenbauer
(SYSCOMM-Inhaber)
