Roland Kopp-Wichmann hat in seinem Persönlichkeitsentwicklungs-Blog meiner Ansicht nach sehr treffend die Bedeutung der Vaterrolle für das Agieren von Männern im Arbeitsumfeld beschrieben. Kann seine Ausführungen nur unterstreichen, möchte speziell zum Titel “Ein Mann braucht den Frieden mit seinem Vater” noch etwas hinzufügen, das mich speziell bei Seminaren für Führungskräfte und in Einzelcoachings immer wieder beschäftigt. Dabei geht es vor allem um die Frage des “Ur-Teams”. Die Familie ist das erste Team, das wir alle kennengelernt haben. Die Vaterrolle ist dabei die erste Führungskraft, die wir kennengelernt haben. Bevor ein Aufschrei der Damenwelt kommt, hier gleich die Entwarnung: Selbstverständlich hat diese Führungsrolle auch die Mutter inne, der Vater aber hat – bedingt durch die Evolution – spezifische Aufgaben, die auch Führungskräften inne haben. Archetypen wie der “Jäger und Sammler”-Begriff kommen hier zum Tragen. Diese setzen sich auch heute noch im Businessalltag statt.
Was tun wir alle also – natürlich völlig unbewusst – im betrieblichen Alltag? Unser Unterbewusstsein vollzieht einen ständigen Abgleich vom tatsächlichen Team mit dem “Ur-Team”. Speziell die Führungskraft steht hier am Prüfstand. Themen wie Autorität, Respekt und Wertschätzung stehen hier im Raum. Wie ich als männlicher oder weiblicher Mitarbeiter meinem Vater gegenüber stehe, so sehe ich in diesem Licht auch “meine” Führungskraft. Überprüfen Sie es selbst!
Die spannende Erkenntnis für Vorgesetzte und Chefs dabei: Ich muss mir bewusst sein, dass ich von meinen Mitarbeitern als Vaterfigur gesehen werde. Übernehme ich die damit verbundenen Handlungen, wie etwa Fordern und Fördern, auch in dem Ausmaß, wie es dieser Rolle zugeschrieben wird? Eine spannende Frage…
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Verfasst von Andreas Reisenbauer
Andreas Reisenbauer
(SYSCOMM-Inhaber)
