Die Kindheit immer im Rückengepäck

14.10.2010

Nirgendwo kommt es regelmässig zu so spannenden Übertragungen wie in Partnerschaft und Beziehung. Und die können untergründig wirken, ohne dass das in er ersten Zeit auffällt. Jeder der beiden Partner trägt zum einen die Erfahrung an sein gleichgeschlechtliches Elternteil in sich. Und wenn dann noch der aktuelle Partner an das jeweils gegengeschlechtliche Elternteil erinnert, dann können sich hier zum einen viele schöne Erinnerungen entwickeln, aber auch viele alte Konflikte und Probleme damit aufs Tablett gehoben werden.

Diese Gedanken von Volker Hepp lassen sich auch auf Unternehmen und Organisationen übertragen. Immer wieder begegnen uns in der Kindheit erlernte Muster in konkreten beruflichen Situationen.
Ein Beispiel: Jemand, der als Kind bei kleineren Streitereien oder Ärger mit anderen Beteiligten immer das Opfer ist, kennt diese Rolle sehr gut aus seiner Kinderstube und wendet diese Methode auch gerne 20, 30 oder 40 Jahre später an. Frei nach dem Motto: “Damit habe ich schon in meiner Kindheit und bei meinen Eltern Erfolg gehabt. Also mache ich damit weiter.”
Auch andere Verhaltensmuster im Firmenalltag verraten dem aufmerksamen Beobachter eine Menge über die Kindheit der agierenden Person.

Was tun mit dieser Erkenntnis?

Ein Entrinnen aus dieser Spirale im Organisationskontext gibt es nur, wenn der Mitarbeiter etwa durch ein Coaching eine Reflexionsmöglichkeit bekommt. Wichtig ist, dieses Verhalten zu erkennen. Dann können weitere Schritte gesetzt werden. Und vor allem die Antwort auf die wichtige Frage gesucht werden: “Was möchte ich anders oder statt dessen machen.”

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