Ich weiß nicht, wie oft ich am Beginn eines Kommunikationsseminars folgende Aussage gehört habe:
“Mir geht es in konfliktträchtigen Gesprächen darum, die Emotionen zu unterdrücken und sachlich zu bleiben.”
Meine Antwort darauf ist immer dieselbe: “Ah, interessant. Aber ohne auf diesen Themenblock vorzugreifen, kann ich jetzt schon sagen: Das funktioniert nicht!”
So mancher böser Blick hat mich nach einer derartigen Aussage bereits getroffen. Doch ich kann einfach nicht verstehen, warum es immer darauf abzielt, Emotionen zu unterdrücken oder sie nicht zu zeigen. Vielleicht auch, weil wir alle in einer sehr konfliktscheuen Welt leben. Für mich ist ein emotionsgeladener Konflikt vergleichbar mit einem kräftigen Gewitter. Denn auch nach dem heftigsten Gewittersturm lichten sich die Wolken und die Sonne kommt wieder zum Vorschein. Ebenso finde ich es spannend, dass gerade in Konfliktsituationen die Emotionen unterdrückt werden sollen. Fragt man die Anhänger dieser Theorie, wie sie in einer Verkaufssituation mit Emotionen reagieren, kommt dann sehr oft diese Antwort:
“Im Verkauf ticken die Uhren natürlich anders, da müssen Emotionen beim Gegenüber geweckt werden. Meinen Gesprächspartner muss ich direkt erreichen können, um ihm auch etwas verkaufen zu können.”
Zusammengefasst:
Also im Konflikt brauchen wir keine Emotionen, wenn wir etwas verkaufen wollen bedienen wir uns dieser gerne.
Vielleicht funktioniert es beim einen oder anderen – eines sind diese Personen in beiden Fällen aber sicher nicht: AUTHENTISCH!
Übrigens: Ein köstlicher Artikel über Emotionen in Konflikten findet sich auch bei Kirstin Nickelsen.
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Verfasst von Andreas Reisenbauer – folgen Sie Ihm auch auf <a href="http://twitter.com/AReisenbauer" target="_blank">Twitter</a>
Andreas Reisenbauer
(SYSCOMM-Inhaber)
