Experteninterview: Komplexe Prozesse in Filmen erklären

25.10.2011

Tim Linde (Foto rechts) ist einer von zwei Geschäftsführern der VIS A VISTA GmbH & Co. KG. Gemeinsam mit Markus Ritter (Foto links) gründete er das Unternehmen 2007. Beide waren zuvor in leitenden Positionen bei verschiedenen internationalen Unternehmen. VIS A VISTA ist eine Industriemedienagentur und hat sich unter anderem der Verfilmung von erklärungsbedürftigen Produkten und Prozessen verschrieben.

Sie haben das Unternehmen „Vis a Vista“ gegründet, um komplexe Prozesse für Anwender anschaulich in Filmen zu präsentieren. Welche Branchen greifen am häufigsten auf Ihre Dienstleistungen zurück?

Tim Linde: Wir freuen uns sehr, dass wir für immer mehr Unternehmen und Branchen arbeiten. Anfangs waren es vor allem Maschinenbauer, die von unseren Produkten profitiert haben. Heute haben wir unser Tätigkeitsfeld auf verschiedene Branchen und Produkte ausgeweitet. Inzwischen hatten wir so vieles vor der Kamera – vom Teebeutel bis zum Flugzeug.

Nicht nur in der Technik und Wissenschaft regiert das geflügelte Wort „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“. Welche komplexen Sachverhalte bzw. Abläufe lassen sich besonders gut filmisch umsetzen?

Tim Linde: Vorsicht mit dem Spruch! Ein Bild ist immer nur eine Statusbeschreibung. Wie man zu diesem Status gelangen kann, erfährt man häufig nicht. Dafür bracht es viele Bilder, nämlich 25 pro Sekunde. Bislang hat uns keine Prozessdarstellung an unsere Grenze gebracht. Wir haben auf die Vielzahl unterschiedlicher Prozessarten mit verschiedenen Produkten reagiert. Nicht jede Art der Darstellung ist für bestimmte Prozesse geeignet. Wir gehen konsequent von den Informationsbedürfnissen und Arbeitsbedingungen des Rezipienten aus.

Inwiefern sehen Sie Ihre Filme als Ergänzung zur bestehenden technischen Dokumentation bzw. zu Bedienungsanleitungen?

Tim Linde: Komplexität kann das geschriebene Wort nur mit Ausführlichkeit begegnen. Ausführliche Texte zu lesen entspricht aber nicht dem Arbeits- und Mediennutzungskontext der Zielgruppen unserer Filme.
Wir bringen mit unseren Filmen auch komplexe Information schnell und kostengünstig dahin, wo sie in einen Wertschöpfungsprozess einfließt. Technische Dokumentation zu schreiben, zu übersetzen und zu illustrieren ist aufwendig und teuer. Sie durchdacht mit Filmen zu ergänzen, spart Zeit und Geld.

Wie differenzieren Sie das unterschiedliche Wissensniveau bei den Betrachtern Ihrer Filme bzw. werden die Filme exakt auf ein bestimmtes Zielpublikum abgestimmt?

Tim Linde: Unseren Produktionen geht eine Zielgruppenanalyse voraus, mit der wir ermitteln, “was” wir “wie” drehen und darstellen. Das ist ein der Arbeitsrealität unserer Kunden angepasstes Vorgehen, bei dem wir unseren Produktionsprozess auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden und der jeweiligen Zielgruppe ausrichten.

Wo sind die Grenzen der filmischen Umsetzung von komplexen Inhalten?
Tim Linde: Das wüßte ich auch gerne.

Vielen Dank für das Gespräch!

Sie wollen dem Team von VIS A VISTA bei seiner Arbeit über die Schulter schauen? In der NDR-Sendung „Markt“ wurde vor kurzem ein Beitrag dazu veröffentlicht.

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