Heute möchte ich hier in diesem Weblog eine Initiative vorstellen, die österreichweit dazu betragen soll, das Interesse von Schülern, Lehrern und Unternehmen an der Technik zu heben. Feel Technic ist die erste österreichweite Initiative von Festo Österreich unter der Schirmherrschaft von TechWomen zur Förderung des Interesses an technischen Berufen. “Feel Technic” versteht sich als Partner der LehrerInnen, SchülerInnen, ExpertInnen und Unternehmen.
Ziel von “Feel Technic” ist es, nachhaltiges Verständnis und Interesse für technische Berufsbilder zu wecken. In weiterer Folge sollen 10- bis 15jährige Jugendliche für technische Berufe begeistert und Hemmschwellen abgebaut werden. “Feel Technic” sammelt Daten, Informationen und Lehrmaterial zur Erreichung dieser Ziele.
Damit wird der Unterricht um eine lebendige Erfahrung im Erfahrungsaustausch zwischen der Wirtschaft und den Bildungseinrichtungen bereichert. In der “Feel Technic”-Datenbank finden LehrerInnen und SchülerInnen Unternehmen und ExpertInnen, die Jugendlichen die Welt der Technik auf anschauliche Weise näher bringen wollen.
Der Hintergrund
Berufswahl
Obwohl den jungen Österreicherinnen mit 275 Lehrberufen sehr viele Perspektiven offen stehen, werden zwei Drittel von ihnen nach wie vor in nur fünf Berufen tätig – Bürokauffrau, Friseurin, Einzelhandelskauffrau, Restaurantkauffrau und Köchin. Diese “typischen Frauenberufe” sind meist wesentlich schlechter bezahlt, bieten geringere Arbeitsplatzsicherheit und schlechtere Aufstiegschancen.
Studienwahl – ähnliches Bild
Auch bei der Studienwahl zeigt sich ein ähnliches Bild. Junge Frauen bevorzugen Fächer wie Sprachen, Pädagogik und Psychologie. Der Anteil der weiblichen Studierenden in den technischen Studien hingegen beträgt nur knapp über 20 Prozent.
Wir wissen, dass die Art der Berufswahl wesentliche Auswirkungen auf spätere Beschäftigungsmöglichkeiten, Verdienst, berufliches Fortkommen und auf das gesellschaftliche Ansehen hat. Zirka ein Drittel der Einkommensschere zwischen Männern und Frauen ist auf die Berufswahl zurückzuführen.
Österreichs Wirtschaft und Industrie benötigen TechnikerInnen
- 49 Prozent der Jobangebote findet man im technischen Bereich
- nur 1 Prozent Jobangebot findet man im geisteswissenschaftlichen Bereich
Mangel an Facharbeitskräften
Für das Jahr 2010 ergibt sich laut einer Studie des Instituts für Bildung der Wirtschaft (ibw) im Auftrag der IV eine jährliche Lücke von 1.000 Graduierten in den 15 meistgesuchten technischen und naturwissenschaftlichen Studienrichtungen. Dies ist – bezogen auf eine Gesamtzahl von 4.300 AbsolventInnen in diesen Disziplinen – eine enorme Größe. Insbesondere, weil die industrienahen Technikwissenschaften wie Maschinenbau, Elektrotechnik, Werkstoffwissenschaft, Metallurgie, und Verfahrenstechnik bei Arbeitsmarkt–Engpässen mit Abstand auf den Spitzenplätzen liegen.
Speziell aber in der Förderung von Frauen in Richtung technischer Berufe besteht Nachholbedarf. Die österreichsche Wissensgesellschaft muss endlich das Begabungspotential von Frauen für Wissenschaft und Forschung besser ausschöpfen! Denn obwohl die Beschäftigung von Frauen als Wissenschafterinnen in Forschung und Entwicklung im Unternehmensbereich stärker wächst als die der Männer, liegt der Gesamtanteil dennoch erst bei 11,5 Prozent! Der Trend zeigt aber auch, dass der Frauenanteil in Spitzenberufen in Forschung und Entwicklung zweifellos steigerbar ist. Jungen Frauen muss eine herausfordernde und zukunftssichere Alternative zu den klassischen “Frauenberufen” geboten werden!
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Verfasst von Andreas Reisenbauer – folgen Sie Ihm auch auf <a href="http://twitter.com/AReisenbauer" target="_blank">Twitter</a>
Andreas Reisenbauer
(SYSCOMM-Inhaber)
