Schleimen Sie auch schon bei Ihrem Chef?

13.08.2007

Im Blog der Berliner AMB Akademie bin ich heute über einen Artikel zum Thema “Wie lassen sich Vorgesetzte erfolgreich beeinflussen?” gestolpert. Obwohl mich normalerweise Bekannte und Freunde eher als ruhigen Zeitgenossen bezeichnen, haben einige Textpassagen doch die Adern an den Schläfen zum Schwellen gebracht. Schließlich wurde in dem Artikel darauf eingegangen, wie subtil Mitarbeiter mit “Schmeichelattacken” Einfluss auf ihre Chefs nehmen können. Auch mehrere “organisationspsychologische Studien” wurden ohne Quellenangabe zitiert. Spannend das Fazit, das ich den Leserinnen und Lesern meines Corporate-Blogs nicht vorenthalten möchte:

“Schmeicheleien wirken doppelt: sie steigern Ihre Sympathiewerte und helfen, rationale Argumente zu transportieren. Dabei steigen die Bedeutung und der Nutzen von Schmeicheleien für Mitarbeiter, je enger sie mir ihren Vorgesetzten zusammenarbeiten. Durch rationale Argumente alleine können Mitarbeiter bei den wenigsten Chefs punkte. Vorgesetzte erleben Mitarbeiter, die schmeicheln erstens als sympathischer und zweitens als leistungsfähiger, wenn diese ihre Schmeicheleinheiten mit stichhaltigen Argumenten verbinden können. Dabei ist es unschädlich, wenn diese nicht immer 100%ig echt klingen.”

Meine Antwort darauf hat nicht lange auf sich warten lassen:

“Ich denke aber, dass es auch entscheidend ist, welcher Führungskraft hier geschmeichelt wird. Ich stimme sicherlich zu, dass viele Führungskräfte auf diese Schmeicheleien stehen, ja sich darin sogar suhlen. Doch welches Persönlichkeitsprofil haben denn diese Vorgesetzten? Ich habe es in meiner Praxis erlebt, dass eine Führungskraft, die zu sich und ihrer Rolle steht, gewappnet ist vor Schmeicheloffensiven. Ganz im Gegenteil, sie sehen den Mitarbeiter in seiner Gesamtheit als Person, beurteilen nicht nur Sachargumente und lassen sich schon gar nicht von schmeichlerischen Attacken einwickeln.”

Nachsatz: Im Verhältnis Führungskraft – Mitarbeiter gibt es einen Wert, der am höchsten zählt: Authentizität

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Verfasst von Andreas Reisenbauer

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