Wie fühlen sich Menschen im Berufsalltag? Wie kompetent erleben sie sich? Empfinden sie Sinn bei ihrer Tätigkeit? Stimmen Leistung und Gegenleistung am Arbeitsplatz, und wie steht es um berufliche Entwicklungsperspektiven?
Erstmals ist in den vergangenen Monaten der Berufs- und Organisations-Klima-Index erhoben worden. Über 1.000 Berufstätige haben sich an der anonymen Online-Umfrage beteiligt. Nun sind die Ergebnisse da. Präsentiert wurden sie vor kurzem auf der dritten Dialogtagung des Forum Humanum.
Folgende Hypothesen und Rückschlüsse auf die Zufriedenheit im Beruf eröffnet das ermittelte Stimmungsbild:
h3.Leistung und Gegenleistung stimmen noch nicht zur Zufriedenheit
„Eine Hypothese ist, dass es zu wenig Raum für Aushandlungsprozesse gibt”, so Jaakko Johannsen und Markus Schwemmle, Mitbegründer des Forum Humanum und Mit-Urheber des BOKX. Es stellt sich also die Frage, mit welchen Aushandlungsprozessen Unternehmen kurz-, mittel- und langfristig Geben und Nehmen in Balance bringen können.
Personen über 45 schätzen sich selbst kompetenter ein.
Hintergrund dafür dürfte die Lebenserfahrung sein – die Tendenz, dass Menschen mit zunehmendem Alter häufiger in berufliche Positionen finden, die ihren Kompetenzen und Vorstellungen am besten entsprechen.
Menschen, die überwiegend in einer Partnerschaft leben, schätzen ihre Arbeit als sinnvoller und sich selbst als kompetenter ein
Die Annahme, dass Partnerschaften für einen Ausgleich durch Rückmeldung & Rückhalt im privaten Bereich sorgen, stützt dieses Ergebnis.
Personen, die Kinder erziehen, sehen mehr Sinn in ihrer Arbeit
Diese Aussage könnte von einem realistischeren Gesamtbild auf die unterschiedlichen Lebenswelten herrühren, das Eltern mitbringen. Kurz: Arbeit ist nicht der einzige Sinn im Leben. Dass Eltern mehr Sinn in ihrer Arbeit sehen als Berufstätige ohne Kinder, widerspricht der gängigen These, Arbeit lasse sich in Deutschland nur schwer mit Familie vereinbaren. Organisatorisch mag Letzteres stimmen, schließlich hat der Tag nur 24 Stunden. Was das Sinnerleben betrifft, zeigt sich jedoch eine andere Tendenz..
5. Selbständige finden mehr Sinn in ihrer Arbeit und erleben sich als kompetenter.
Daraus lässt sich die Hypothese ableiten, dass Selbständige durch die Freiheit, sich selbst, ihre Arbeit und deren Kern eigenständig zu steuern, mehr Sinn und Kompetenz erfahren. Unsicherheiten, die eine freiberufliche Arbeitssituation im Allgemeinen mit sich bringt, werden durch den Zugewinn an Autonomie, Sinnerleben und Gestaltungsmöglichkeit mehr als ausgeglichen.
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Verfasst von Andreas Reisenbauer – folgen Sie Ihm auch auf <a href="http://twitter.com/AReisenbauer" target="_blank">Twitter</a>
Andreas Reisenbauer
(SYSCOMM-Inhaber)
