So sitzen Sie in Meetings richtig

01.10.2007

“Gibt es bei Meetings auch Dinge bei der Sitzordnung zu beachten?” lautet nicht zu selten die Frage eines Seminarteilnehmers. “Ja” lautet die Antwort meinerseits. Man glaubt gar nicht, welche Dynamiken allein durch eine “richtige” Anordnung der Sitze gegeben ist. Speziell Leiter von Besprechungen sollten diese Regeln und Gesetzmäßigkeiten kennen.
Auch das Wirtschaftsblatt hat sich in seinem jüngsten “Karriere Kompakt” diesem Thema gewidmet. US-Psychologin Sharon Livingston, die in den vergangenen Jahren 40.000 Arbeitnehmer und Vorgesetzte diesbezüglich analysiert hat, kommt zu folgendem Schluss:

“Wer den Sitzcode in Meetings durchschaut, kann nicht nur das Verhalten seiner Kollegen besser einschätzen bzw. entlarven, sondern auch die eigene Rolle im Team besser steuern. Wie wir sitzen, zeigt auch, wie wir denken.”

Hier meine Tipps für den Leiter von Besprechungen und Meetings:

  • Suchen Sie sich den besten, stärksten Platz im Raum. Nach Feng-Shui sind diese jene Sitzplätze, wo sich hinter der Person nicht eine Tür oder ein Fenster befinden.
  • Markieren Sie Ihren Thron! Das mag hochtrabend klingen, allerdings ist es von wesentlicher strategischer Bedeutung, wenn auch optisch klar ist, wer hier der “Chef” ist. Dies kann am kürzeren Kopfende des Tisches sein. Wenn dies nicht möglich ist (runder Tisch), sind die Plätze links und rechts vom Leiter mit Akten, Unterlagen etc. zu blockieren. Wer´s nicht glaubt, dass dieser kleine Trick funktioniert, dem seien die vielen Rückmeldungen von meinem Seminarteilnehmern mitgeteilt, die nach Anwendung dieser Methode tatsächlich weniger oft unterbrochen worden sind.
  • Wenn Sie schon wissen, dass gewisse Personen bei bestimmten Themen zu einer “Lagerbildung” gegenüber Ihnen neigen, dann verändern Sie im Vorfeld die Sitzordnung. Dies funktioniert mit kleinen Namenskärtchen und “speziell vorbereiteten Unterlagen für die betreffende Person” (=Argumentation), die Sie schon im Vorfeld an die ausgewählten Plätze geben. Denn: Mehrere Kritiker sollten nicht auf einem Fleck sitzen, sondern aufgeteilt über den gesamten Besprechungstisch. Der schärfste Kritiker sollte Ihnen auch nicht direkt gegenüber sitzen.
  • WICHTIG: All diese kleine Anregungen funktionieren allerdings nur, wenn Sie sich in Ihrer Rolle als Leiter der Besprechung wohl fühlen und das Zepter tatsächlich in der Hand haben. Sie sind gedacht als gute Unterstützung, können aber nicht über andere etwaige vorhandene Defizite hinwegtäuschen.
    Viel Spass beim Ausprobieren!

    Abgelegt unter Besprechungsmanagement, Tipps —  Zum Gesamt-Archiv »

    Verfasst von Andreas Reisenbauer

  1. Und nachdem alle sitzen, ist agenda detection das nächste Ziel auf dem Weg zu einem produktiven Meeting.

    Andreas, was sagt deine Trainer-Erfahrung zu den Typen und Verhaltensmustern, die Michael Lopp hier skizziert?


    Robert    01.10.2007 18:04    #
  2. Hi Robert, danke für den Link – war echt amüsant. Es gibt ja mehrere “Modelle”, bei denen es ebenfalls um eine “Analyse” der Anwesenden geht. Insgesamt sind diese Methoden alle ein bisschen stressig. Als Leiter eines effizienten Meetings sollte ich gleichzeitig die Agenda, das Ziel und die Gruppendynamik im Auge haben. Ich schlage meist den einfacheren Weg vor – obwohl der sehr viel Übung erfordert: Die “Analyse” der Teilnehmer via Körpersprache. Geht in wenigen Sekunden und man hat als Meeting-Leiter einen rasend schnellen Überblick, was in der Gruppe gerade läuft. Werde deinen Ball aufnehmen und in den nächsten Tagen hier was dazu schreiben. Also – stay tuned! ;-)


    Andreas Reisenbauer    01.10.2007 18:37    #
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