Im Herbst des Vorjahres durfte ich auf Einladung des VDI beim Vertriebsingenieurtag 2008 in Duisburg über das Thema “Technik verständlich kommunizieren” sprechen. Ich kann mich noch gut an die erste Frage aus dem Publikum nach meinem halbstündigen Vortrag erinnern, die da lautete:
Ich habe in ihrem Vortrag kein einziges englisches Wort erkennen können. Das hat mich beeindruckt und es war eine Wohltat für mich.
Für mich kam dieses Feedback nicht ganz überraschend, da ich es sowohl in meinen Seminaren, also auch in meinen Vorträgen und Moderationen nach Möglichkeit vermeide, mich in englischen Fachbegriffen zu ergehen. Doch halt, meist ist es ja auch kein Englisch, sondern eher ein “Denglisch”.
Hier habe ich eine gute Definition dafür gefunden:
Denglisch, die für Außenstehende manchmal so irritierende Mischung aus Deutsch und Englisch, ist für viele Manager, besonders für die jüngeren, inzwischen zu einer natürlichen Ausdrucksform geworden. Mit Denglisch lässt sich gut reden: verschleiern, kaschieren, vor allem: imponieren. Denglisch ist cool und sexy. Denglisch ist der “Slip” auf der Haut, der ein angenehmeres Empfinden hervorruft als die Unterhose. Warum? Weil der “appeal” größer ist.
Das “Denglisch” wird oft auch BSE-Englisch genannt. Gemeint ist nicht die Rinderkrankheit, sondern das “Bad simple English”
Ein paar Beispiele gefällig:
- Downsizen wollte einst Siemens-Chef Klaus Kleinfeld Teile des Konzerns und nicht Personal abbauen
- Die Metro denkt an weitere Rollout-Phasen, sprich: Sie will wachsen.
- Kunden haben heute einen Mindset, Führungskräfte natürlich einen Global-Mindset. Das Wort Bewusstsein ist veraltet und wird kaum noch benutzt. Von Mitarbeitern im Unternehmen fordern Manager immer wieder einen Change of Mindset.
Das sagt das deutsche Sprachforum dazu:
Denglisch, die für Außenstehende manchmal so irritierende Mischung aus Deutsch und Englisch, ist für viele Manager, besonders für die jüngeren, inzwischen zu einer natürlichen Ausdrucksform geworden. Mit Denglisch lässt sich gut reden: verschleiern, kaschieren, vor allem: imponieren. Denglisch ist cool und sexy. Denglisch ist der “Slip” auf der Haut, der ein angenehmeres Empfinden hervorruft als die Unterhose. Warum? Weil der “appeal” größer ist.
Übrigens: Wer noch ein weiteres köstlichen Beispiel von denglischen Begriffen lesen möchte, dem sei ein Redeprotokoll aus einer Hauptversammlung der Volkswagen AG ans Herz gelegt. Viel Spaß!
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Verfasst von Andreas Reisenbauer – folgen Sie Ihm auch auf <a href="http://twitter.com/AReisenbauer" target="_blank">Twitter</a>
Andreas Reisenbauer
(SYSCOMM-Inhaber)
