Patrick Fritz stellt in seinem Jahooda-Blog zu Recht die Frage: Was heißt den hier bitte ,systemisch’?
Ein Auszug:
Geht es euch genau wie mir? Systemisch dies, systemisch das… ich kann’s langsam nicht mehr hören. Denn wenn man genauer nachliest oder nachfragt kommt dabei einfach nichts raus. Ich bin überzeugt das viele “systemische” Angebote die am Markt sind die oben genannten Prinzipien nicht berücksichtigen. Ganztages Powerpoint Weiterbildungen passen einfach nicht in dieses Bild, moderne Lehr- und Lernformen sind angesagt!
Wie ebendort kommentiert, bin ich tatsächlich der Meinung, dass es eine Unmenge an vermeintlich “systemischen” Angeboten am Markt gibt, die es aber bei genaueren Betrachten nicht sind.
Wie erkennt nun der Laie, ob es sich tatsächlich um einen systemischen Prozess handelt?
Sobald ein Sachverhalt, ein Problem oder ein Anliegen schwarz-weiß dargestellt wird bzw. durch vorschnelle Antworten einzementierte Positionen geschaffen werden, kann man sich sicher sein, dass es sich dabei um keine systemische Vorgangsweise handelt. Und wie man einen systemischen Berater, Trainer oder Coach erkennt? Er/Sie stellt sehr viele Fragen und gibt eher weniger Antworten bzw. führt seine Gesprächspartner zur Problemlösung, ohne eine Richtung vorzugeben. Und: Frontalvorträge haben bei systemischen Weiterbildungen sicher nichts verloren.
Einfach oder vernetzt
Spannend dazu auch die Gegenüberstellung von Sigi Bütefisch im Frischfisch-Blog zum Thema systemisch denken contra schnell handeln.
These 1:
Zusammenhänge sind komplex. Egal ob es um Ökologie oder Ökonomie geht. Alle Elemente des Systems beeinflussen einander. Einfaches Ursache/Wirkungsdenken greift zu kurz. Systemische Lösungsansätze werden immer wichtiger um in der komplexer werdenden Welt bestehen zu können.
These 2:
Man/frau kann sich totdenken. Wer zu lange (systemisch) nachdenkt, viele Faktoren bedenkt, macht die Sache unnötig kompliziert. Auf das Handeln kommt es an.
Sicher beide – polarisierend dargestellten – Betrachtungsweisen haben ihre Berechtigung, ich denke ein gutes Mittelmaß kann nicht schaden.
Abgelegt unter Die systemische Ecke, Aus der Branche — Zum Gesamt-Archiv »
Verfasst von Andreas Reisenbauer
Andreas Reisenbauer
(SYSCOMM-Inhaber)
