Eine der heurigen Ausgaben des Branchenheftes Organisationsberatung Supervision Coaching beschäftigte sich mit dem Thema “Hausinternes Coaching als Personalentwicklungsmaßnahme”. Der Artikel befasste sich mit der Schnittstelle von persönlichem Vertrauen und Vertrauen in die Organisation beim internen Coaching unter dem besonderen Aspekt, dass der Coach ein Teil der Organisation ist.
Da ich heuer wieder einen meiner Kunden bei der Ausbildung eines internen Coaching-Staffs behilflich sein konnte, möchte ich dieses Thema hier aufgreifen. Vor allem möchte ich den Erfolgsfaktoren widmen, wann eine derartige Maßnahme von Erfolg gekrönt ist – denn das ist sie nicht immer:
Für mich persönlich gelten folgende Rahmenbedingungen:
Hierarchie: Der Coach darf nicht gleichzeitig der direkte Vorgesetzte des Mitarbeiters sein.
Zuweisungsmodus: Der Mitarbeiter sucht sich unter den unternehmensintern ausgebildeten Coaches selbst seinen Coach aus
Freiwilligkeit: Coach und Coachee (= die zu coachende Person) müssen beide freiwillig an diesem Programm teilnehmen wollen. Verordnungen von oben bringen nichts.
Absolute Diskretion: Jene Inhalte, die in Coachings besprochen werden, verlassen diesen Rahmen auch nicht. Eine Ausnahme kann es allerdings geben – wenn es um Dinge geht, die das Unternehmen ernsthaft gefährden oder schädigen. Aber auch dann muss das klar vom Coach ausgesprochen werden, dass hier der Coachingprozess endet.
Eignung als Coach: Nicht jede Führungskraft ist auch als Coach geeignet. Im Rahmen der Ausbildung sollte daher für ausreichend Selbsterfahrung und Reflexion gesorgt sein.
Qualitätsanspruch: Zur Wahrung der Qualität im Coachingprozess ist eine periodische Supervision der Coaches unverzichtbar
Ich habe es in der Praxis leider mehr als einmal erlebt, dass unternehmensinterne Coachingkonzepte nach nicht einmal einem Jahr wieder fallen gelassen wurden – meist war einer der oben genannte Punkte nicht berücksichtigt worden.
Welche Punkte sind aus Ihrer Sicht bei dieser speziellen Personalentwicklungsmethode noch relevant?
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Andreas Reisenbauer
(SYSCOMM-Inhaber)
