Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung hat in einer aktuellen Studie interessante Details über die Zufriedenheit älterer Mitarbeiter mit Weiterbildungsinitiativen von Unternehmen zu Tage gefördert. Die aus meiner Sicht spannendsten Aussagen möchte ich nun vorstellen:
“Die allgemeine Zufriedenheit mit der Weiterbildung ist nicht alterssensibel, die signifikanten Unterschiede zwischen den Altersgruppen sind nur bei der Effektivität und bei den Weiterbildungszielen zu messen.”
Zudem wird in der Studie mit dem alten Vorurteil aufgeräumt, dass Ältere Weiterbildung nicht generell als ineffektiv ansehen. Sie würden durchaus einen Wert von Weiterbildung in informellen und selbstgesteuerten Seminaren sowie Kommunikationstrainings erkennen. Doch: Kommunikationstrainings bekommen sie leider zu selten, sagt Studienleiter Thomas Zwick.
Ernüchternd
“Nur etwa ein Fünftel aller Betriebe, die Ältere bei der Weiterbildung einbeziehen, tragen auch deren speziellen Interessen und Bedürfnissen Rechnung.”
Die Tipps der Studienautoren:
“Die Betriebe sollten berücksichtigen, dass ältere Mitarbeiter auf ihre praktische Arbeitsumgebung zugeschnittene Weiterbildungsformen bevorzugen, über die sich neues Wissen schnell in die Praxis umsetzen lässt. Formelle und eher abstrakte Formen der Weiterbildung betrachten ältere Mitarbeiter dagegen mit Skepsis, da die Umsetzung von auf diesem Weg vermittelten Inhalten zumeist längere Zeit braucht und eher indirekten Nutzen bringt.”
Zwicks Untersuchungen zeigen, dass ältere Beschäftigte Weiterbildungsinhalte bevorzugen, bei denen sie mit ihrer Erfahrung punkten und die Qualität ihrer Arbeitsumgebung möglichst rasch verbessern können. Ein Beispiel hierfür sind Management- und Kommunikationstrainings. Bei völlig neuartigen und abstrakten Inhalten geraten ältere Mitarbeiter gegenüber jüngeren Weiterbildungsteilnehmern dagegen schnell ins Hintertreffen. Dies beeinträchtigt ihre Motivation für derartige Lerninhalte. Deshalb ist auch der Ertrag von abstrakten technischen oder informationstechnologischen Weiterbildungen für ältere Beschäftigte deutlich geringer als für Jüngere.
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Andreas Reisenbauer
(SYSCOMM-Inhaber)
