Wenn Intuition die Information verdrängt

27.07.2007

Am Dienstag habe an dieser Stelle über das Thema Intuition geschrieben. Passend dazu habe ich heute einen Artikel von Gerd Gigerenzer, Psychologieprofessor und Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, in der Weltwoche gelesen.
Auch Gigerenzer bricht eine Lanze für intuitive Entscheidungen:

“Bauchgefühle sind das Produkt von einfachen Faustregeln. Diese Faustregeln sind uns meist gar nicht bewusst, und oft stützen sie sich auf einen einzigen Grund. Trotzdem sind intuitive Entscheide nicht nur ökonomischer und schneller, sondern oftmals auch einfach besser.”

Gute Intuitionen müssen Informationen ignorieren, sagt Gigerenzer weiter. “Das muss man immer dreimal wiederholen, bis die Leute es fressen: Für gute Entscheidungen in einer unsicheren Welt muss man Informationen weglassen. Das steigert die Qualität.”

Das erklärt sich dadurch, dass längst nicht alle Informationen für die Zukunft relevant sind. Die Kunst der guten Vorhersage besteht darin, die entscheidenden Daten heranzuziehen und den grossen Rest wegzulassen. Eine Wetterprognose ist eher Mondfinsternis-artig: Die Vorhersagen für den nächsten Tag sind zu 85 Prozent richtig – da lohnen sich Daten sammeln und Rechenaufwand. Viele reale Probleme liegen aber laut Gigerenzer oft deutlich näher beim Roulettespiel.

Ein Buchtipp dazu:
Gerd Gigerenzer: Bauchentscheidungen
Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition.
Aus dem Englischen von Hainer Kober.
C. Bertelsmann

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Verfasst von Andreas Reisenbauer

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