"Wettlauf zum Südpol" aus der Teamentwicklungsperspektive

24.03.2011

Ich oute mich gleich zu Beginn des Blogartikels: Als Österreicher hat es mich natürlich gefreut, dass unsere Nation beim TV-Reality-Format Wettlauf zum Südpol den Sieg gegen das deutsche Team errungen hat. Hermann Maier, Tom Walek und Sabrina Grillitsch erreichten mit einem gewaltigen Vorsprung nach einem Marsch 400 Kilometern durch das ewige Eis den Südpol. Getrübt war der Erfolg nur durch Erfrierungserscheinungen bei Österreichs viertem Mann Alex Serdjukov.

Obwohl ich Reality-TV-Formaten grundsätzlich sehr skeptisch gegenüber stehe, haben sich für mich aufgrund der unterschiedlichen Teamkulturen bei den Österreichern und Deutschen doch spannende Aspekte aufgetan. Im deutschen Team mit Markus Lanz, Joey Kelly, Claudia Beitsch und Dennis Lehnert zeigten sich schon in der Übungs- und Eingewöhnungsphase für das Südpol-Abenteuer erste Risse im Teamgefüge. Nicht immer waren alle Teammitglieder bei den Übungen vollzählig anwesend. Von einem gemeinsamen Teamspirit war wenig bis gar nichts zu spüren. Der Gipfel war wohl auch die Verspätung eines deutschen Teammitglieds vor dem Abflug in die Antarktis. Um ein Haar wären das deutsche Team nur zu dritt dagestanden.

Das Rennen

Beim Rennen selbst zeichneten sich die Österreicher durch beinharte Disziplin und einen beeindruckenden Teamgeist aus. Für mich die größte Überraschung, denn Hermann Maier oder Alexander Serdjukov (im Zivilleben Schlittenhundeführer) sind schon allein wegen ihrer beruflichen Herkunft nicht immer gewohnt, im Team zu arbeiten und auf engstem Raum im Zelt mit anderen Personen zu leben. Beim deutschen Team war speziell bis zum Checkpoint nach 200 Kilometern Fußmarsch von einem zusammengeschweißten Team keine Rede. Querelen, Egoismen und Verbissenheit kennzeichneten das Klima. Dennoch – oder gerade deshalb: Respekt vor der Leistung des deutschen Teams, das niemals aufgegeben hat. Auch als die Team-Mitglieder bereits zur Hälfte des “Rennens” wussten, dass die Ösis einen Vorsprung von rund einem Tag hatten. Mental haben das die Deutschen sensationell weggesteckt.

Fazit

Ich denke, dass neben der Top-Kondition und dem Siegeswillen der Österreicher auch eines ausschlaggebend war: Der gemeinsame Spaß. Den hatten die vier und schließlich am Ende drei Teilnehmer sicherlich. Dabei ist aus meiner Sicht auch das Grundprinzip der Teamentwicklung zum Tragen gekommen:

“Willst du eine rasche Analyse, wie gut ein Team funktioniert, frage die Mitglieder, wie viel sie gemeinsam lachen.”

Und was meinen Sie dazu?

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